Berghof

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Landsitz Hitlers auf dem 900-1 000 m hohen Obersalzberg nordöstlich von Berchtesgaden. Im engeren Sinn galt als Berghof nur das von Hitler 1927 erworbene Haus Wachenfeld, das v. a. nach der Machtergreifung mehrfach erweitert und aufgestockt wurde (rund 30 Zimmer). Im weiteren Sinn rechnete das gesamte "Führergebiet" zum Berghof, das 1940 ca. 10 km² mit 800 Hektar Wald umfasste. Hier schufen sich auch Goebbels, Göring und der Bauherr des Obersalzbergs Bormann z. T. pompöse Landsitze. Hinzu kamen zahlreiche Versorgungseinrichtungen, Kasernen für die SS-Wachen, Gästehäuser sowie Hitlers berühmtes Teehaus auf dem 1 800 m hohen Kehlstein ("Felsennest"), das über einen in den Fels gesprengten 120-m-Lift zu erreichen war. Auf dem Berghof verbrachte Hitler viel Zeit und empfing auch hohen Staatsbesuch wie z. B. den österreichischen Kanzler Schuschnigg (12. 2. 38) oder den britischen Premier Chamberlain (15. 9. 38). Das Berghof-Gebiet, das Dauerbaustelle war (u. a. verzweigte Bunkeranlagen, Flakstellungen), wurde am 25. 4. 45 von 318 britischen Bombern verwüstet, deren 1 181 t Bomben fast alle Gebäude bis auf das Teehaus zum Opfer fielen. Am 4. 5. 45 besetzten US-Truppen den Berghof.