Berliner Verkehrsarbeiterstreik

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Ausstand der Arbeiter der Berliner Verkehrsgesellschaft vom 3.-7. 11. 32 wegen geplanter Kürzung der Stundenlöhne um zwei Pfennige. Zwar war bei der Urabstimmung nicht ganz die für Streik erforderliche 3/4-Mehrheit erreicht worden, doch die kommunistische Gewerkschaft sah eine Basis für Kampfmaßnahmen, v. a. als sie die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation auf ihre Seite ziehen konnte. Da Gauleiter Goebbels sich im "roten" Berlin von niemandem sozialrevolutionär überholen lassen wollte, fand er sich so in einer gemeinsamen Streikleitung mit Kommunisten wie Ulbricht wieder. Die absonderliche Aktionsgemeinschaft zahlte sich für die Nationalsozialisten nicht aus: Sie verloren insbesondere in mittelständisch geprägten Wahlkreisen bei der Reichstagswahl vom 6. 11. 32 erheblich an Stimmen. Die Regierung Papen blieb zudem hart, so dass der Berliner Verkehrsarbeiterstreik am 7. 11. ergebnislos abgebrochen wurde.