Bernhard Lichtenberg

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Theologe

    geboren: 3. Dezember 1875 in Ohlau gestorben: 5. November 1943 in Hof


    1932 Dompfarrer, 1938 Dompropst an der St. Hedwigs-Kathedrale in Berlin. Gegen den nationalsozialistischen Rassismus bezog Lichtenberg von Anfang an engagiert Stellung, doch erst seine massiven Proteste gegen die Euthanasie (Brief vom 28. 8. 41 an Reichsärzteführer Conti) riefen die Gestapo auf den Plan. Sie warf ihm vor, dass er öffentlich für Juden und KZ-Gefangene bete und zur Nächstenliebe auch den Juden gegenüber auffordere. Das Sondergericht I beim Landgericht Berlin verurteilte Lichtenberg am 22. 5. 42 wegen Kanzelmissbrauchs und nach dem Heimtückegesetz zu zwei Jahren Gefängnis. Nach Strafverbüßung wurde er ins KZ Dachau überwiesen. Er starb auf dem Transport dorthin.