Bernhard Rust

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 30. September 1883 Hannover gestorben: 8. Mai 1945 Berne (Oldenburg)


    Studium der Germanistik, Philosophie und Altphilologie, Studienrat, nach dem Ersten Weltkrieg Betätigung in der völkischen Wehrbewegung. Rust trat gleich nach Wiedergründung der NSDAP (27. 2. 25) der Partei bei und war 1925-40 Gauleiter von Hannover (ab 1928 Südhannover-Braunschweig). 1930 "aus Krankheitsgründen" (Gerüchte sprachen von sexuellen Verfehlungen Rusts) aus dem Schuldienst entlassen, wurde er im gleichen Jahr Mitglied des Reichstags und am 4. 2. 33 zum Reichskommissar im preußischen Kulturministerium ernannt. Seine unbedingte Hitler-Loyalität wurde am 30. 4. 33 mit dem Posten eines Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung belohnt. Der ohnehin ungeeignete, alkoholabhängige Rust geriet in erhebliche Konflikte mit den konkurrierenden Erziehungsträgern des Dritten Reichs wie Schirach (HJ), Ley (Ordensburgen), Rosenberg (Weltanschauung), Himmler (Junkerschulen) u. a. Er versuchte mit hektischen Maßnahmen und Umorientierungen, das deutsche Schulsystem nationalsozialistisch auszurichten, provinzialisierte durch Entlassung politisch oder rassisch Missliebiger Forschung und Wissenschaft und wurde im Flüsterwitz als Maßeinheit karikiert: "ein Rust = kürzeste Zeit zwischen Erlass und Aufhebung einer Verfügung". Rust erschoss sich bei der Nachricht von der deutschen Kapitulation.