Bernstein-Zimmer

    Aus Lexikon Drittes Reich

    1701 vom preußischen König Friedrich I. in Auftrag gegebene Wandvertäfelung aus Bernstein für einen ganzen Festsaal, 1717 von Friedrich Wilhelm I. dem Zaren Peter dem Großen geschenkt und nach Petersburg gebracht. Das Bernstein-Zimmer, das im Zarenschloss Puschkin (Zarskoje Selo) eingebaut war, wurde Ende September/Anfang Oktober 41 von der 3. Kompanie des Nachschubbataillons 553 während des Russlandfeldzugs abmontiert und am 14. 10. 41 nach Königsberg verfrachtet. Dort vorübergehend wieder aufgebaut und zur Besichtigung freigegeben, wurde dieses prominenteste Stück des nationalsozialistischen Kunstraubs im Januar 45 vermutlich zusammen mit den Särgen des Ehepaars Hindenburg evakuiert, beim Transport auseinander gerissen und beschädigt an unbekanntem Ort eingelagert. Die meisten Indizien sprechen für einen Stollen des ehemaligen Kalibergwerks "Wittekind" in Volpriehausen bei Göttingen; die Schachtanlage wurde bei der Explosion einer Munitionsfabrik im Herbst 45 verschüttet.