Blut

    Aus Lexikon Drittes Reich

    zentraler, mythisch verklärter Begriff in der nationalsozialistischen Gedankenwelt, der für die Einheit von Seele und Körper, für Leben allgemein stand. Symbolhaft galt Blut als "Lebensträger", in der (wissenschaftlich unhaltbaren) Rassenkunde als "Träger des Erbgutes" und der angeblichen Rasseneigenschaften. In zahlreichen Zusammensetzungen bedeutete Blut im weiteren Sinne Rassisches: blutgebunden: durch rassische Abstammung charakterlich geprägt; Blutkreis: die Angehörigen einer Rasse; Blutschranke: die angeblich naturgegebene und ethische Trennung zwischen den Rassen; Blutseele: die Wesensmerkmale eines Volkes, die sich in herausragenden Gestalten, "Dichtern und Helden" (Rosenberg, 1933), verkörpern; blutsfremd: anderer Rasse angehörig; Blutgefühl: Bekenntnis zur Rassenzugehörigkeit; Blutstolz: Hochwertigkeitsgefühl wegen der Zugehörigkeit zu einer Rasse; blutsverantwortlich: gleichbedeutend mit "rassebewusst"; Blutträger: pathetisch für Mensch als Vertreter einer Rasse; Blutvergiftung: Verfallserscheinungen bei Rassen, Nationen, Kulturen; Blutwert: Wertung der Menschen nach Rassezugehörigkeit.