Boxheimer Dokumente

    Aus Lexikon Drittes Reich

    von Best signierte Aufzeichnungen über Diskussionen führender hessischer Nationalsozialisten im "Boxheimer Hof" bei Bürstadt (Bergstraße). Die Boxheimer Dokumente wurden am 25. 11. 31 der Polizei zugespielt und allgemein bekannt. Sie brachten mit ihren ungeschminkten Äußerungen über ein nationalsozialistisches Vorgehen für den Fall eines kommunistischen Umsturzes Hitler nach seinem Legalitätseid in Verlegenheit. So waren bei einem "Wegfall der seitherigen obersten Staatsbehörden" die Machtübernahme durch die NSDAP mit Hilfe von SA und SS, Liquidierung politischer Gegner und allgemeiner Arbeitsdienstpflicht vorgesehen. Es gelang der nationalsozialistischen Führung jedoch, sich von den Boxheimer Dokumenten zu distanzieren. Das Reichsgericht stellte 1932 auch das Verfahren gegen Best ein, da die Boxheimer Dokumente nur als Planspiel für eine utopische Situation zu betrachten seien.