Burschenschaften

    Aus Lexikon Drittes Reich

    studentische Vereinigungen; zur Zeit der Befreiungskriege (1813/15) in Deutschland entstandene Bewegung, die eine Reform des gesamten studentischen Lebens und die Einigung Deutschlands anstrebte. Nach Phasen der politischen Radikalisierung, des Verbots als "demagogische Vereinigung", spalteten sich die Burschenschaften in verschiedenartige Verbindungen, die überwiegend konservativ ausgerichtet waren. In den 20er Jahren arbeiteten die Burschenschaften mit völkisch und national orientierten Gruppen zusammen, übernahmen selbst antirepublikanische und völkische Positionen und kämpften mit nationalistischen Professoren gegen "Kulturbolschewismus" und linke Organisationen. Das bewahrte die Burschenschaften nach der Machtergreifung nicht vor der Gleichschaltung, verzögerte sie allenfalls: Obwohl schon 1935 die offizielle Auflösung verfügt wurde, dauerte es mehrere Jahre, bis die Burschenschaften, wie andere studentische Gruppierungen, zu "Kameradschaften" des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbunds umgewandelt waren. Lediglich in Österreich und in der Tschechoslowakei behielten die Burschenschaften organisatorische Selbständigkeit, da sie hier an den deutschen Hochschulen als "Träger des völkischen großdeutschen Gedankens" wirken sollten.