Carl Clauberg

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Arzt

    geboren: 28. September 1898 Wupperhof gestorben: 9. August 1957 Kiel


    1925 Promotion, 1933 NSDAP-Beitritt, 1. 11. 25 - 30. 6. 32 Assistenzarzt und Arzt an der Universitätsfrauenklinik Kiel. Von 1932 an arbeitete Clauberg an der Frauenklinik in Königsberg, war dort seit 1934 Oberarzt, wurde am 30. 8. 37 außerordentlicher Professor und am 20. 9. 39 außerplanmäßiger Professor. Gleichzeitig war er noch Chefarzt der Frauenklinik Königshütte (Oberschlesien) und trat mit zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen hervor. Himmler beauftragte Clauberg 1942 mit Sterilisationsversuchen an weiblichen Häftlingen im Versuchsblock 10 des Vernichtungslagers Auschwitz I. An Jüdinnen sowie weiblichen Sinti und Roma erprobte Clauberg bis 1944 seine Methode der Unfruchtbarmachung durch Injektionen in die Gebärmutter, wobei viele der geschwächten Frauen starben. 1945 nahm er auch im Frauen-KZ Ravensbrück Sterilisationsversuche vor. Von den Sowjets zu 25 Jahren Haft verurteilt, kam Clauberg 1955 frei und starb, am 22. 11. 55 verhaftet, kurz vor dem Prozess, den der Zentralrat der Juden in Deutschland wegen der Menschenversuche gegen ihn angestrengt hatte.