Carl Jacob Burckhardt

    Aus Lexikon Drittes Reich

    schweizerischer Historiker und Diplomat

    geboren: 10. September 1891 in Basel gestorben: 4. März 1974 in Vinzel


    1918-21 Attaché in Wien, 1923 im Auftrag des Roten Kreuzes Gefangenenbetreuung in der Türkei, 1929 Geschichtsprofessor in Zürich, 1932 zugleich in Genf. Burckhardt wurde 1937 zum Völkerbundskommissar in Danzig bestellt, wo er sich in aussichtsloser Lage vergeblich um einen Ausgleich der polnischen und deutschen Interessen - die zunehmend identisch wurden mit nationalsozialistischen Forderungen (Danzigfrage) - bemühte. Nach Kriegsausbruch war Burckhardt beim Roten Kreuz, 1944-48 als Präsident, tätig, kümmerte sich um Kriegsgefangene und Zivilinternierte. Neben den historiographischen Werken (u. a. "Richelieu", 1935 und 1965-67) des Gelehrten sind die Erinnerungen des Politikers Burckhardt ("Meine Danziger Mission 1937-39", 1960) bedeutsam als Augenzeugenbericht aus einem der Hauptkrisengebiete im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs.