Carl Orff

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Komponist und Musikpädagoge

    geboren: 10. Juli 1895 in München gestorben: 29. März 1982 in München


    1915-20 Kapellmeister in München, Mannheim und Darmstadt, 1925 Mitbegründer der Günther-Schule für Gymnastik, Musik und Tanz in München, 1932-34 Dirigent des Münchener Bachvereins. Orff bemühte sich um Wiederbelebung alter (Volks-)Musikformen und um Integration von Sprache und Bewegung in das musikalische Geschehen. Das brachte ihm einen Auftrag für die Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin ein, für deren Eröffnungsfeier er "Olympischer Reigen" schrieb. Sonst aber blieb er dem nationalsozialistischen Kulturbetrieb fern. Zwar feierte man seine "Carmina burana" (1937) und v. a. seine Märchenspiele "Der Mond" (1939, nach dem Grimmschen Hausmärchen) und "Die Kluge" (1943) als "Überwindung der Opernkrise", doch stießen sich die offiziellen Kritiker an Orffs Vorliebe für lateinische Texte und italienische Komponisten (v. a. Monteverdi). 1950-60 war Orff Professor an der Münchener Musikhochschule und leitete ab 1961 das Orff-Institut am Mozarteum in Salzburg. Seine musikpädagogischen Reformvorstellungen sind niedergelegt im mehrbändigen "Orff-Schulwerk" (1930-35, Neufassung 1950-54).