Carl Schmitt

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Staatsrechtler

    geboren: 11. Juli 1888 in Plettenberg gestorben: 7. April 1985 in Plettenberg


    1921-45 Professor in Greifswald, Bonn, Köln, Berlin. Schmitt entwickelte seine Theorien in Frontstellung gegen die Arbeiterbewegung. In der Weimarer Republik waren Angelpunkte seines Denkens das Verhältnis von Ausnahmezustand und Norm, Parlamentarismus, Pluralismus und der Begriff des Politischen, den er durch die Unterscheidung zwischen Freund und Feind bestimmte. Schmitt war Berater von Reichskanzler Schleicher, trat jedoch im Frühjahr 33 der NSDAP bei, wurde Preußischer Staatsrat und war - bis zu einem anonymen Angriff im SS-Organ "Das Schwarze Korps" im Dezember 36 - richtungweisender Rechtstheoretiker des nationalsozialistischen Regimes. Er verteidigte die staatlichen Morde anlässlich der Röhm-Affäre in einem Beitrag "Der Führer schützt das Recht" (1934) und trat (1936) für eine Säuberung des deutschen Rechts "vom jüdischen Geist" ein. Schmitt plädierte gegen "positiven Normativismus", für "totale Feindschaft", "totalen Krieg" und rechtfertigte den nationalsozialistischen Angriffskrieg als "Raumrevolution" und "Raumordnungskrieg" (1940). Nach 1945 blieb Schmitt ohne Amt, aber nicht ohne Wirkung. Er modifizierte z. T. Positionen und Begriffe, sprach nun von einer Hegung von Feindschaft und Krieg und schrieb über einen neuen "Nomos der Erde" (1950).