Carl Zuckmayer

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Schriftsteller

    geboren: 27. Dezember 1896 in Nackenheim am Rhein gestorben: 18. Januar 1977 in Visp (Schweiz)


    Unter dem Eindruck der Schrecken des Ersten Weltkriegs verfasste der Kriegsfreiwillige Zuckmayer expressionistische Texte gegen das "Barbarische der Kriegführung"; als Dramaturg für Theater und Film schrieb Zuckmayer u. a. das Drehbuch für "Der blaue Engel" (1930). Besonderen Erfolg hatte er mit drastischen, humorvollen Volksstücken (u. a. "Der fröhliche Weinberg", 1925; "Der Schinderhannes", 1927), deren bedeutendstes "Der Hauptmann von Köpenick" (1931, verfilmt 1932) wurde: Die authentische Geschichte eines Schuhmachers und Zuchthäuslers, dem in einer Hauptmannsuniform alle Behörden Respekt erweisen; ein satirischer Angriff auf deutschen Untertanengeist und Militarismus. Ab 1932 war der Sozialkritiker und Halbjude Zuckmayer wachsenden nationalsozialistischen Angriffen ausgesetzt, die Aufführung seiner Stücke wurde 1933 verboten, er selbst musste 1938 beim deutschen Einmarsch aus Österreich fliehen. Im amerikanischen Exil entstand 1942 eines der in der Nachkriegszeit meistdiskutierten deutschen Zeitstücke: "Des Teufels General" (gedruckt 1946, verfilmt 1955), das den Konflikt zwischen Widerstand und Gehorsam im nationalsozialistischen Deutschland am tragischen Beispiel eines draufgängerischen Fliegergenerals (Vorbild: Udet) behandelt.