Carl von Ossietzky

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Publizist

    geboren: 3. Oktober 1889 in Hamburg gestorben: 4. Mai 1938 in Berlin


    Angestellter der Stadtverwaltung Hamburg, 1911 Mitarbeiter der Wochenzeitung "Das freie Volk", im Ersten Weltkrieg Infanterist, 1919/20 Sekretär der Deutschen Friedensgesellschaft. Ossietzky wirkte als Pazifist mit in der Bewegung "Nie wieder Krieg", war 1920-22 Redakteur der "Berliner Volks-Zeitung" und 1924-26 Schriftleiter der Zeitschrift "Das Tagebuch". Ab 1927 war Ossietzky unter Mitarbeit von Tucholsky Herausgeber der Zeitschrift "Die Weltbühne" und deren Chefredakteur bis 1933. Nachdem er in einem Artikel die geheime Aufrüstung der Reichswehr aufgedeckt hatte, wurde Ossietzky 1931 im so genannten Weltbühnen-Prozess wegen "Landesverrat und Verrat militärischer Geheimnisse" zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Nach dem Reichstagsbrand von der Gestapo verhaftet und gefoltert, wurde er im KZ Sonnenburg, danach im KZ Papenburg-Esterwegen interniert. Seine Schriften wurden von den Nationalsozialisten verbrannt, die "Weltbühne" am 13. 3. 33 verboten (letzte Ausgabe 7. 3.). Im November 36 erhielt Ossietzky den Friedensnobelpreis für 1935, dessen Annahme ihm aber die nationalsozialistische Regierung untersagte, die die Verleihung als "beschämenden Vorgang" bezeichnete und den Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft als Nobelpreisersatz schuf. Der tuberkulosekranke Ossietzky starb in einer Berliner Klinik an den Folgen der KZ-Haft.