Carta de Lavoro

    Aus Lexikon Drittes Reich

    nach dem Prinzip des Ständestaats aufgebaute Arbeitsverfassung des faschistischen Italiens, vom Faschistischen Großrat am 21. 4. 27 angenommen. Unter staatlicher Aufsicht wurden 22 Korporationen (nach Wirtschaftszweigen) gebildet, in denen Arbeitgeber und -nehmer paritätisch vertreten waren und kollektive "Arbeitsverträge" (über Tariffragen, Arbeitsbedingungen u. a.) abschlossen. Dachverband war der Nationalrat der Korporationen. Die Carta de Lavoro sollte durch diese Zusammenlegung von Unternehmerverbänden und Gewerkschaften zur Überwindung des Klassenkampfes beitragen, aber v. a. der staatlichen Lenkung des Wirtschaftslebens dienen. Die Carta de Lavoro stand Pate bei der Gründung der Deutschen Arbeitsfront, die aber als angeschlossener Verband der NSDAP noch wesentlich weitergehend als Staatsorgan konzipiert war.