Chorische Dichtung

    Aus Lexikon Drittes Reich

    literarische Gattung zwischen Lyrik und Drama. Das Spektrum der Formen reicht vom einfachen Sprechchor über Dichtungen mit einem oder mehreren Einzelsprechern und Chören bis zum chorischen Spiel, das eine - meist einfache - Handlung besitzt. Während der ersten Jahre des Dritten Reichs wurden Chorische Dichtungen besonders gefördert und gepflegt. Sie eigneten sich als "liturgische Texte" für die Ausgestaltung der nationalsozialistischen Feiern; das Wechselgespräch zwischen "Rufern" und Chor ahmte das Responsorium der gottesdienstlichen Liturgie nach und diente dazu, Inhalte der nationalsozialistischen Ideologie zu "verkündigen" und den Chor als Repräsentanten der Volksgemeinschaft "Bekenntnisse" ablegen zu lassen. Chorische Spiele wurden vorzugsweise als Thingspiele aufgeführt, Autoren waren hauptsächlich jüngere Schriftsteller: Baumann, Böhme, Eggers, H. Menzel, Schumann.