Christian Wirth

    Aus Lexikon Drittes Reich

    SS-Sturmbannführer (Mai 43)

    geboren: 24. November 1885 Oberbalzheim gestorben: 26. Mai 1944 bei Triest


    gelernter Säger, 1910 Eintritt in den Polizeidienst, Teilnahme am Ersten Weltkrieg, danach zur Kripo, Mitglied der NSDAP 1. 1. 31, der SA 30. 6. 33, 1939 von der SS übernommen. 1940 kam der zum Kriminalkommissar aufgestiegene Wirth zur Euthanasie-Organisation "T4". Bald darauf wurde er im Rahmen der Aktion Reinhard mit dem Aufbau des Vernichtungslagers Belzec betraut und fungierte seit August 42 als Inspekteur der Vernichtungslager. Wirth erfüllte seinen Tötungsauftrag mit brutaler Konsequenz. Nach Aussagen seiner Leute war er ein schreiender und schimpfender "Unhold" und verbreitete, wo immer er auftauchte, Angst und Schrecken; sein Spitzname war: "Christian der Grausame" (oder "wilder Christian").

    Am 30. 1. 43 zum Kriminalrat befördert, wurde Wirth mit anderen Mitarbeitern seines Vorgesetzten Globocnik gegen Ende der Aktion Reinhard nach Triest versetzt, wo er die nach dem Sturz der faschistischen italienischen Regierung möglich gewordene "Aussiedlung" der Juden betreiben sollte. Auf einer Dienstfahrt nach Fiume wurde er von Partisanen erschossen.