Curt Ferdinand Rothenberger

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Jurist

    geboren: 30. Juni 1896 Cuxhaven gestorben: 1. September 1959 Hamburg


    Studium der Rechtswissenschaft in Berlin, Kiel und Hamburg, 1925 Richter am Landgericht, 1931 Landgerichtsdirektor, 1933 Justizsenator in Hamburg, 1935 Präsident des Hanseatischen Oberlandesgerichts. Mit Beginn der Ära Thierack am 20. 8. 42 wurde Rothenberger dessen Staatssekretär im Reichsjustizministerium, schied aber wegen Differenzen 1943 aus und ließ sich in Hamburg als Notar nieder. Nach dem Krieg war Rothenberger als Rechtsanwalt und Repetitor tätig. Rothenberger war ein Nationalsozialist intellektueller Prägung und galt als ausgezeichneter Jurist. Er hatte umfassende Pläne zur Reform der deutschen Justiz und wurde auch deshalb von Hitler zum Staatssekretär berufen. Rothenberger wollte einerseits den Richterstand stärken, ihn andererseits aber vom "Führerwillen" abhängig machen. Die richterliche Unabhängigkeit sollte also nur gegenüber Dritten (etwa der Polizei) bestehen, nicht jedoch gegenüber Hitler als "oberstem Gerichtsherrn". Rothenberger sah im Richter den "Vollstrecker des Führerwillens" und hatte schon als Justizsenator für die Ausweitung des Zuständigkeitsbereichs der Sondergerichte plädiert. Im Nürnberger Juristenprozess wurde er zu sieben Jahren Haft verurteilt, von denen er fünf verbüßte. Er schrieb u. a. "Der deutsche Richter" (1943).