Dänemark

    Aus Lexikon Drittes Reich

    an Schleswig-Holstein grenzendes Königreich mit 3,65 Millionen Einwohnern (1933); stand bei aller wirtschaftlichen Verflechtung mit Deutschland der NS-Politik kritisch gegenüber und musste im Zuge der Hitlerschen Revisionspolitik mit Konflikten um Nordschleswig rechnen. Als einziges nordisches Land schloss Dänemark einen Nichtangriffspakt mit dem Deutschen Reich ab (Mai 39). Im November 39 wurde der Große Belt vermint, um der Royal Navy die Ostsee zu sperren. Auch nach der handstreichartigen Besetzung des Landes (9. 4. 40) durch deutsche Truppen (Norwegenfeldzug) blieb Kopenhagen kooperativ; noch am gleichen Tag nahm die Regierung die deutschen Forderungen (Kernpunkt: Verzicht auf Widerstand), die in verbindlichem Ton um Verständnis für die (gegen England gerichtete) Operation warben, unter Protest an. Als Folge blieben Königshaus, Regierung, Parlament und Armee unangetastet, die dänischen Juden zunächst unbehelligt; auf die Rückgliederung Nordschleswigs wurde verzichtet. 1943, nach vereinzelten Streiks und Sabotageakten, verschärfte sich die Situation; am 29. 8. stellte Reichskommissar Best das Land unter Kriegsrecht, die Regierung trat zurück, große Teile der dänischen Flotte versenkten sich selbst. Pläne der SS, nunmehr die dänischen Juden zu deportieren, wurden durch eine einzigartige Rettungsaktion weitgehend vereitelt: Beizeiten gewarnt, konnten sich 7 906 Juden, Halbjuden und mit Juden verheiratete Christen mit Fischerbooten nach Schweden in Sicherheit bringen; die SS konnte nur 492 Juden ins KZ Theresienstadt deportieren; 423 überlebten. Der dänische Widerstand gegen die deutsche Okkupation forderte 3 213 Opfer (113 Hinrichtungen). Am 9. 5. 45 liefen britische Kriegsschiffe im Kopenhagener Hafen ein.