Deflation

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (wörtlich: "Abschwellen"), Verminderung des Geldumlaufs mit dem Effekt, dass die Preise sinken und der Geldwert steigt; ihr geht eine Absatzkrise voraus. Eine wirtschaftspolitisch gewollte Deflation wird durch rigorose Sparpolitik beschleunigt, ihre unmittelbare Konsequenz: Rückgang der Produktion ("Gesundschrumpfen"). Die von Brüning betriebene Deflationspolitik verfolgte das Ziel der Sanierung der Staatsfinanzen als Voraussetzung für die Eindämmung der Massenarbeitslosigkeit (März 30: 3,3 Millionen), außerdem sollten die (insofern willkommenen) Zahlungsschwierigkeiten des Reiches die Westmächte zum Einlenken in der Reparationsfrage bewegen. Diese auf Zeitgewinn ausgelegte Strategie scheiterte; die Wirtschaftskrise verschärfte sich (Januar 33: sechs Millionen Arbeitslose), ohne dass die Reichsregierung die Finanzkrise in den Griff bekam, was die Propaganda-Erfolge und Erdrutschsiege der NSDAP begünstigte.