Demokratie

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (griechisch Volksherrschaft), von den Nationalsozialisten in der eigentlichen Form seit jeher abgelehnte Staatsform: Die unmittelbare Demokratie des ganzen Volkes sei in Massengesellschaften unmöglich, die parlamentarische (repräsentative) Demokratie erziehe zur Verantwortungsscheu, züchte "verängstigte Hasen oder pfiffige Schieber" und lähme jede Leistung (Hitler-Rede 17. 8. 34). Erst der Nationalsozialismus habe die wahre, die "germanische" oder "Führer-Demokratie" entwickelt: Der Führer sei getragen von der Liebe und dem Vertrauen des Volkes, dem er sich allein verantwortlich fühle. Den autoritären Staat als Gegensatz der Demokratie hinzustellen, sei daher eine "liberale Verfälschung". Trotz dieser Reklamierung der "wahren Demokratie" benutzte die NS-Propaganda das Wort fast ausschließlich abschätzig; die Westmächte wurden als "verweichlichte" oder " verjudete Demokratien" bezeichnet, der Parteiideologe Rosenberg sprach von der chaotischen, völkerzersetzenden "humanen" Demokratie.