Deutsche Gemeindeordnung

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (DGO), Reichsgesetz vom 30. 1. 35 über Verfassung und Verwaltung der Kommunen. Die Deutsche Gemeindeordnung verkündete in der Präambel die Verwirklichung der gemeindlichen Selbstverwaltung im Sinne der Ideen des Freiherrn vom Stein (1757-1831), bedeutete aber durch Etablierung des Führerprinzips und strenge Parteiaufsicht das genaue Gegenteil. Ein Beauftragter der NSDAP wurde durch sein Ernennungs- und Abberufungsrecht für Bürgermeister und Gemeinderäte zur Schlüsselfigur aller kommunalen Angelegenheiten, die Mitwirkungsrechte der Gemeinderäte schrumpften zu rein beratender Funktion, Satzungen und Verordnungen unterlagen über den Beauftragten der Kontrolle durch Partei und Staat (Reichsinnenminister). Die Deutsche Gemeindeordnung war Ausdruck des nationalsozialistischen Grundsatzes der "Einheit von Partei und Staat" und bedeutete so das Ende der Gemeinde als Selbstverwaltungskörperschaft.