Deutsche Volkspartei

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (DVP), am 15. 12. 18 als Nachfolgerin des rechten Flügels der Nationalliberalen Partei von deren letztem Vorstand Stresemann gegründete rechtsliberale Partei, die sich bewusst von der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei abgrenzte und sich auch nach Milderung beider Positionen Verschmelzungsbemühungen (1925) widersetzte. Das lag u. a. an der Angst, die massive Industrieförderung teilen zu müssen, die der DVP einen weit über ihre prozentuale Stärke hinausgehenden Einfluss sicherte. Auch als Mehrheitsbeschafferin der Weimarer Koalition gewann die Partei an Gewicht, nachdem sie ihren anfänglichen monarchistischen Kurs revidiert und mit Stresemann den wohl profiliertesten Politiker der Republik in die Regierung entsenden konnte, August-November 23 als Reichskanzler und 1923-29 als Außenminister. Er verschaffte dem traditionellen Primat der Außenpolitik in der DVP Geltung und erreichte damit die Abkehr von der schroffen Linie der Revisionspolitik. Seine Verständigungspolitik wurde nach seinem Tod aber im nationalistischen Klima zur Hypothek und führte zum Verlust der Industrieunterstützung und zu rapidem Wählerschwund, der durch Anbiederung nach rechts 1932/33 noch beschleunigt wurde: Von 45 Mandaten 1928 sank die DVP auf zwei im März 33. Am 4. 7. 33 musste sie sich auflösen.