Deutscher Gruß

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (Hitlergruß), Erhebung des ausgestreckten rechten Arms bis in Augenhöhe bei geöffneter Handfläche zu den Worten "Heil Hitler!" Der Deutsche Gruß, schon in der so genannten Kampfzeit bei den Nationalsozialisten üblich, wurde seit 1933 in der deutschen Öffentlichkeit als einzige Grußform durchgesetzt; er wurde auch im Schriftverkehr verlangt in der Schlussformel "Mit deutschem Gruß Heil Hitler!" oder nur als Hitlergruß. Die Propaganda leitete den Deutschen Gruß von der germanischen Akklamation her; die offene Hand sei Zeichen des waffenlosen Vertrauens unter "freien Menschen", der Deutsche Gruß habe "alles Unterwürfige" abgestreift.

    Wie wenige amtliche Vorschriften des nationalsozialistischen Regimes stieß der Deutsche Gruß auf Widerstand, da er in vielen, insbesondere katholischen Gegenden an die Stelle religiöser Grußformen trat und daher als gotteslästerlich empfunden wurde. Trotz mancher Verurteilung wegen Verweigerung des Deutschen Grußes blieb seine Unterlassung oder die Art der Ausführung (z. B. Verballhornung als "Drei Liter!") ein oft genutztes Ventil für die sonst nicht mögliche Kritik am Regime. Eine Nebenform des Deutschen Grußes ersetzte zunehmend auch Sondergrußformen wie "Glückauf!", "Waldmanns Heil!", an ihre Stelle trat ein einheitliches "Sieg Heil!" In der Wehrmacht war der Deutsche Gruß statt des militärischen Grußes vorgeschrieben, wenn keine Kopfbedeckung getragen wurde, nach dem Attentat vom Zwanzigsten Juli 44 insgesamt obligatorisch.