Deutscher Reichsbund für Leibesübungen

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (DRL), Dachverband aller Turn- und Sportvereine im Deutschen Reich. Nach Auflösung des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen (10. 5. 33) verkündete Reichssportkommissar (von Juli 33 an Reichssportführer) von Tschammer und Osten: "Das Zeitalter des individualistischen Sportbetriebs ist vorüber." Es wurden 15 Fachämter gegründet und deren Geschäftsstellen sämtlich nach Berlin verlegt. Die Verbandsvorsitzendenden bildeten unter dem Reichssportführer den Reichsführerring; die Vereine, regional nach Gauen, Bezirken und Kreisen gegliedert, wurden von den Verbänden gelöst und direkt dem DRL unterstellt, den von Tschammer am 30. 1. 34 proklamierte und dessen Satzung am 1. 1. 36 in Kraft trat. Darin rangierte gleich nach den sportlichen Zielsetzungen die weltanschauliche Schulung der Sportler, Dietarbeit (Dietwart) genannt. Juden konnten nicht, Angehörige der aufgelösten Arbeiter-Turn- und -Sportvereine nur bedingt Mitglieder des DRL werden. Um den DRL vor Übergriffen von HJ, DAF und SA abzusichern, gründete von Tschammer Ende 38 den Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen, der den deutschen Sport endgültig an die Partei band.