Deutsches Reich

    Aus Lexikon Drittes Reich

    amtliche Bezeichnung des deutschen Staats 1871-1945, entstanden nach Ausrufung des preußischen Königs Wilhelm am 18. 1. 1871 in Versailles zum deutschen Kaiser und Verkündung einer Reichsverfassung am 16. 4. 1871 für einen konstitutionell monarchischen Bundesstaat. Die Bezeichnung Deutsches Reich wurde auch in der Weimarer Verfassung vom 11. 8. 19 beibehalten, obwohl die namengebende Monarchie (Reich = König- oder Kaiserreich) abgeschafft wurde. Die föderalistische Organisation wurde dagegen auch im nun demokratischen Deutschen Reich beibehalten und wie die Verfassung bis 1945 nie formell außer Kraft gesetzt. De facto bedeutete jedoch die nationalsozialistische Machtergreifung 1933/34 die Suspendierung sämtlicher Verfassungsgarantien durch Gleichschaltung in einem zentralistischen Einparteienstaat. Deutsches Reich wurde identisch mit dem totalitären Führerstaat Hitlers und dehnte sich territorial zu einem Großdeutschen Reich aus. Es erlag im Zweiten Weltkrieg der sich dagegen bildenden gegnerischen Koalition und endete mit der Bedingungslosen Kapitulation am 7./8. 5. 45. Das formelle Ende des Deutschen Reichs kam nach Verhaftung der Regierung Dönitz (23. 5. 45) mit der Junideklaration vom 5. 6. 45. Während sich die Bundesrepublik Deutschland als Rechtsnachfolger des Deutschen Reichs betrachtet, sah es die DDR durch Bildung der beiden deutschen Staaten als endgültig erloschen an.