Deutschnationale Volkspartei

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (DNVP), nach Gründungsaufruf vom 22. 11. 18 entstandener Zusammenschluss aller Rechtsgruppen des untergegangenen Kaiserreichs. Die DNVP verstand sich als monarchistische Interessenvertretung von Großgrundbesitz und Bürgertum, lehnte Weimarer Verfassung und Versailler Vertrag ab, pflegte die Dolchstoßlegende und forderte einen autoritären Staat mit antisemitischer Ausrichtung. Sie arbeitete zusammen mit Teilen der christlichen Gewerkschaften, vaterländischen Verbänden wie dem Stahlhelm, sympathisierte mit dem Kapp-Putsch und genoss die Förderung einflussreicher Presseorgane, v. a. des Hugenberg-Konzerns. Als die Spekulationen auf baldigen Sturz der Republik nicht aufgingen, setzte eine Phase partieller Kooperation mit der Weimarer Koalition ein. So trug die DNVP mit Stimmenthaltung zur Annahme des Dawesplans bei, beteiligte sich an der Regierung Luther 1925, stützte zum Teil Stresemanns Außenpolitik und billigte das Republikschutzgesetz. 1924-28 war sie stärkste bürgerliche Fraktion im Reichstag mit 106 bzw. 103 Sitzen und damit maßgeblich an der Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten (1925) beteiligt. Mit Auswechseln der Parteispitze und Radikalisierung im nationalistischen Sinn versuchte die DNVP nun unter Hugenberg die Wahlschlappe von 1928 (78 Sitze) auszubügeln, verlor dadurch aber gemäßigte Gruppen und geriet in nationalsozialistische Umarmung etwa in der Harzburger Front (1930: 41 Sitze, 1932 nur noch 37). Die Flucht nach vorn am 30. 1. 33 durch Eintritt in Hitlers "Kabinett der nationalen Konzentration" förderte nur dessen Konzept der Machtergreifung durch Beschaffung der absoluten Mehrheit nach den Wahlen vom 5. 3. 33 und Unterstützung des Ermächtigungsgesetzes, dem die DNVP am 27. 6. 33 durch Auflösungsbeschluss zum Opfer fiel.