Deutschnationaler Handlungsgehilfenverband

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (DHV), bis 1933 mitgliederstärkste Berufsorganisation der kaufmännischen Angestellten und einflussreichste Einzelgewerkschaft im bürgerlichen Deutschen Gewerkschaftsbund. Mit einem Programm, in dem sich soziale Forderungen und nationalistische Parolen verbanden, wurde der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband 1893 als nicht nur wirtschaftliche Interessenvertretung gegründet; auch nach dem ersten Weltkrieg verstanden die Mitglieder den Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband als "Gesinnungsgemeinschaft", nahmen keine Juden, sondern nur "Kaufleute deutschen Blutes" auf, lehnten Frauenarbeit ab, bekämpften SPD, KPD und die parlamentarische Demokratie, strebten eine "Volksgemeinschaft auf berufsständischer Grundlage" an. Anfänglich an DNVP und DVP orientiert, sympathisierte die Mitgliedermehrheit des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbands früh mit der NSDAP und gewann für sie Unterstützung in bürgerlichen Kreisen. Insgesamt hat der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband vor 1933 maßgeblich zur Verbreitung antisemitischen, rassistischen, völkischen Gedankenguts beigetragen. Trotz seiner aktiven Unterstützung der nationalsozialistischen Bewegung wurde er 1933 gleichgeschaltet, dann der DAF eingegliedert, im Februar 34 schließlich aufgelöst.