Deutschvölkische Bewegung

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Sammelbezeichnung für politisch-geistige Strömungen und Organisationen, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts für eine betont nationale und antisemitische Ausrichtung der deutschen Politik eintraten. 1914 bildete sich die Deutschvölkische Partei, die im Ersten Weltkrieg zur Deutschen Fraktion der Vertreter eines annexionistischen "Siegfriedens" gehörte und 1918 in der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) aufging. Wie sie wandte sich der Deutschvölkische Schutz- und Trutzbund, vom Alldeutschen Verband 1919 gegründet, gegen jede Verständigungspolitik gegenüber den einstigen Kriegsgegnern; er wurde nach dem Mord an Rathenau 1922 verboten. Als Nachfolgeorganisation entstand Ende 22 in Abspaltung von der DNVP die Deutschvölkische Freiheitspartei, die nach Verbot der NSDAP wegen des Hitlerputsches (9. 11. 23) mit dieser die Nationalsozialistische Freiheitspartei bildete und im Mai 24 vorübergehend 32 Reichstagssitze errang (davon neun Nationalsozialisten). Die NSDAP sog nach der Wiederbegründung im Februar 25 fast alle Organisationen der Deutschvölkischen Bewegung auf, Reste blieben bedeutungslos.