Dienstverpflichtung

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Heranziehung von Arbeitern und Angestellten zu Aufgaben von besonderer staatspolitische Bedeutung bei gleichzeitiger (zunächst befristeter) Lösung bestehender Arbeitsverhältnisse, eingeführt durch Verordnung vom 22. 6. 38. Unmittelbarer Anlass für die Verordnung, als "wirtschaftlicher Gestellungsbefehl" apostrophiert, war der Ausbau der militärischen Befestigungsanlagen an der Westgrenze des Reiches (Westwall), für den ca. 400 000 Personen rekrutiert wurden. In der Folge nutzte der nationalsozialistische Staat die Dienstverpflichtung als ein ständiges Instrument zur Aufrechterhaltung eines hohen Beschäftigungsstandes in der Rüstungsindustrie und zur Lenkung des Arbeitseinsatzes; am 13. 2. 39 wurde die zeitliche Begrenzung der Dienstverpflichtung aufgehoben und im Januar 43, im Rahmen der Reichsverteidigung, auch auf Frauen zwischen 17 und 45 Jahren ausgedehnt.