Dietrich Klagges

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 1. Februar 1891 Herringen (Kreis Soest) gestorben: 12. November 1971 Bündheim bei Bad Harzburg


    Lehrer, 13. 6. 25 NSDAP-Beitritt, deswegen 1930 ohne Pension aus dem Schuldienst entlassen. Nach dem nationalsozialistischen Wahlerfolg in Braunschweig im Januar 31 wurde Klagges Regierungsrat und im September 31 Innen- und Volksbildungsminister. Auf seine Veranlassung ernannte die braunschweigische Regierung den Österreicher Hitler am 25.2.32 zum Regierungsrat und ermöglichte ihm damit die erforderliche Einbürgerung zur Kandidatur bei der Reichspräsidentenwahl. Klagges wurde 1933 Ministerpräsident von Braunschweig und zeichnete sich durch besonders brutales Vorgehen gegen politische Gegner aus. Er trat auch als nationalsozialistischer Publizist hervor: u. a. "Heldischer Glaube", 1934. Nach dem Krieg wurde Klagges 1950 wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt; 1952 auf 15 Jahre ermäßigt. Am 2. 10. 57 wurde Klagges begnadigt und klagte auf Pensionszahlung. Sie wurde ihm zwar verweigert, ein Rentenanspruch aber am 16. 7. 70 vom Bundesverwaltungsgericht bejaht, was zu erheblichen öffentlichen Kontroversen führte.