Dreimächtepakt

    Aus Lexikon Drittes Reich

    auf Initiative Hitlers am 27. 9. 40 zustande gekommene vertragliche Vereinbarung auf zehn Jahre zwischen Italien, Japan und dem Deutschen Reich, die Deutschland die Vorherrschaft in Kontinentaleuropa (ohne Sowjetunion), Italien im Mittelmeerraum und Japan im "großostasiatischen" Raum zusprach. Die drei Mächte verpflichteten sich zur gegenseitigen Unterstützung mit "allen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Mitteln" gegen Angreifer, die bisher nicht in den europäischen und den asiatischen (japanisch-chinesischen) Krieg verwickelt seien. Dem so gegen die USA gerichteten Dreimächtepakt, westliche Ergänzung des Antikominternpakts, traten Ungarn (20. 11. 40), Rumänien (23. 11. 40), die Slowakei (24. 11. 40) und Bulgarien (1. 3. 41) bei. Jugoslawien zog die am 25. 3. 41 gegebene Unterschrift nach einem Staatsstreich in Belgrad am 27. 3. zurück, was zur Auslösung des Balkanfeldzugs beitrug. Das danach entstandene Kroatien wurde am 15. 6. 41 Vertragspartner. Die Krönung des Dreimächtepakts durch einen Beitritt der Sowjetunion, deren Beziehungen zu den drei Mächten im Vertrag ausdrücklich ausgeklammert waren, scheiterte beim Molotow-Besuch in Berlin 12. /13. 11. 40. Obwohl der Krieg mit den USA nach japanischem Angriff (7. 12. 41) ausbrach, erklärten Deutschland und Italien am 11. 12. 41 den USA den Krieg, während Japan die Vertragsmöglichkeiten nutzte und dem deutsch-russischen Krieg fernblieb. Der am 18. 1. 42 durch ein Militärabkommen und am 2. 6. 42 durch wirtschaftliche Abmachungen ergänzte Dreimächtepakt schrumpfte im September 43 durch den italienischen Sonderwaffenstillstand, am 9. 5. 45 durch die deutsche Kapitulation, die Tokio als "Vertragsbruch" bezeichnete, und endete formal erst mit der japanischen Kapitulation am 2. 9. 45.