Dualismus

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (" Zweiheitslehre"), philosophisches Modell, das die Wirklichkeit als Spannungsfeld zweier gegensätzlicher Prinzipien (z. B. gut und böse, Geist und Materie, Sinnlichkeit und Verstand) begreift, in der nationalsozialistischen Ideologie wegen "Überbetonung des Gegensätzlichen" als "Verirrung" verworfen. Das nationalsozialistische Streben nach totaler Harmonie (Aufhebung der gesellschaftlichen Widersprüche in der Volksgemeinschaft) fand ihren Ausdruck im Begriff "Dynamismus", der die aktive Überwindung aller Gegensätze suggeriert und als unbeholfener Gegenbegriff zur verpönten "Dialektik" (Hegel und Marx) gelten kann. Dabei stellte die nationalsozialistische Ideologie ein klassisch dualistisches System dar: Dem "kulturschöpferischen Arier" als Lichtgestalt steht der "ewig kulturzerstörende Jude" gegenüber, dem "Herren-" der "Untermensch" u. a.