Edgar Jung

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Publizist und Politiker

    geboren: 6. März 1894 Ludwigshafen gestorben: 1. Juli 1934 Oranienburg


    Studium der Rechtswissenschaft, im Ersten Weltkrieg Flieger, Freikorps-Mitgliedschaft, 1922 Anwalt in Zweibrücken. Jung engagierte sich leidenschaftlich im Kampf gegen die von der französischen Besatzungsmacht geförderten pfälzischen Separatisten, deren Führer Heinz-Orbis er am 8. 1. 24 ermordete. Jung floh nach München und war dort 1924/25 am Land- und Oberlandesgericht. Als nationaler DVP-Anhänger propagierte er in zahlreichen Artikeln eine christlich-konservative Revolution, die "Die Herrschaft der Minderwertigen" - so sein Buchtitel 1927 - ablösen sollte. Trotz dieser antidemokratischen Haltung stand Jung dem nationalsozialistischen Aktivismus ablehnend gegenüber, dessen Rassismus und Massencharakter er 1933 in der Schrift "Sinndeutung der deutschen Revolution" kritisierte. Er war inzwischen zum Redenschreiber Papens aufgestiegen, den er im Herrenklub kennen gelernt hatte. Ihm schrieb er auch die brisante Marburger Rede vom 17. 6. 34, die den Nationalsozialismus von konservativer Warte angriff. Der Zweck, Vorbereitung einer nationalistisch-monarchistischen Aktion gegen Hitler, noch bevor Hindenburg stürbe, wurde nicht erreicht. Der Appell beschleunigte statt dessen die Röhm-Affäre, führte zur Verhaftung Jungs am 25. 6. 34 und zu seiner Ermordung.