Edith Stein

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutsche Philosophin

    geboren: 12. Oktober 1891 in Breslau gestorben: 9. August 1942 im KZ Auschwitz


    aus orthodoxer jüdischer Familie, Studium in Breslau, Göttingen und in Freiburg, dort nach der Promotion Assistentin von Edmund Husserl (1859-1938). Stein konvertierte 1922 zum Katholizismus und trat wissenschaftlich 1929 mit einer Edition der Briefe von Kardinal Newman hervor. In ihren philosophischen Schriften (u. a. "Endliches und ewiges Sein", postum 1950) versuchte sie, eine Brücke zwischen Scholastik und moderner Philosophie zu schlagen. 1932 als Dozentin an die Pädagogischen Akademie in Münster berufen, verlor sie schon 1933 die Stelle wieder wegen des Arierparagraphen und wurde Karmelitin in Köln (Ordensname: Teresia Benedicta a Cruce). Als ihre Anwesenheit nach der Kristallnacht vom 9./10. 11. 38 zur Gefahr für das Kloster wurde, ging Stein nach Echt in den Niederlanden. Im Januar 42 nahm sie die SS dort erstmals fest und deportierte sie Anfang August 42 als Antwort auf einen kritischen Hirtenbrief der niederländischen Bischöfe zusammen mit zahlreichen anderen Juden nach Auschwitz, wo sie gleich nach der Ankunft in der Gaskammer starb.