Edwin Erich Dwinger

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Schriftsteller

    geboren: 23. April 1898 in Kiel gestorben: 17. Dezember 1981 in Gmünd am Tegernsee


    geriet als Kriegsfreiwilliger 1915 in russische Gefangenschaft, kämpfte auf Weißgardistischer Seite gegen die Bolschewisten und gestaltete seine Kriegserlebnisse zu ressentimentgeladenen Propagandaromanen ("Armee hinter Stacheldraht", 1929; "Wir rufen Deutschland", 1932). In Dwingers auflagenstarken, antikommunistischen Büchern wird die politische Führung der Weimarer Republik als korrupt dargestellt, Heimat als "Beute von Wucherern", "Frontgemeinschaft" als Vorbild für eine klassenkampffreie Volksgemeinschaft. Von den Nationalsozialisten als "unser ... Chronist der deutschen Wende" gelobt, avancierte Dwinger zum Reichskultursenator, SS-Obersturmführer, war als Kriegsberichterstatter mit SS-Sondervollmachten in der UdSSR ("Wiedersehen mit Sowjetrussland. Tagebuch vom Ostfeldzug", 1942). Auch Dwingers immer noch chauvinistisch-militaristische Werke nach 1945 hatten ein breites Publikum; zum Teil dokumentarisch angelegt ("General Wlassow. Eine Tragödie unserer Zeit", 1951), dienten sie als Beleg für sowjetische Unmenschlichkeiten.