Ehe

    Aus Lexikon Drittes Reich

    rechtlich anerkannte Lebensgemeinschaft von Mann und Frau. Nach nationalsozialistischen Normen galt Ehe als "angeborene Pflicht", ihre Verweigerung als Ausschluss aus dem "Blutstrom des Volkes" und damit aus dem Recht zur Mitgestaltung seines Schicksals. Eine Ehe war allerdings nur zwischen "erbgesunden und rassegleichen" Partnern erwünscht, da sie der "Vermehrung und Erhaltung der Rasse und Art" diene und damit die Gesetze der Rassenhygiene und Rassereinheit zu beachten habe. Auf diesen Prinzipien beruhten z. B. das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses vom 14. 7. 33 und das Blutschutzgesetz vom 15. 9. 35, das die Mischehe verbot. Sie wurde als "Verbrechen am deutschen Blut" gebrandmarkt, wie absichtliche Kinderlosigkeit als "völkischer Verrat", zu dem moralisch verwerfliche Lebensformen wie die Kameradschaftsehe beitrügen. Das nationalsozialistische Eherecht und die Eheideologie waren Instrumente einer auf Bestandsmehrung und -"veredelung" gerichteten Bevölkerungspolitik.