Eher-Verlag

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (Zentralverlag der NSDAP, Franz Eher Nachfolger GmbH, München, später mit Niederlassungen in Berlin und Wien), 1923 gegründet und nach 1933 zum Großverlag für das gesamte parteiamtliche Schrifttum sowie zum nationalsozialistischen Pressetrust ausgebautes Unternehmen; Generaldirektor: Amann, Verwaltungsdirektor: Rolf Rienhardt (Frühjahr 33 bis November 43) und Wilhelm Baur (1943-45). Amann entwickelte seinen Konzern aus Max Winklers Cura-Gesellschaft, die die staatseigenen Verlage und Beteiligungen der Weimarer Republik umfasst hatte, und aus großen Teilen des Hugenberg-Konzerns. In der "Standarte GmbH" wurden die Gauzeitungen zusammengefasst. Die von Hugenberg übernommene "Vera-Verlagsanstalt GmbH" war das Auffangunternehmen für bürgerliche Großstadtzeitungen, für die Verlage der Mittelstädte und der ehemaligen Zentrumszeitungen gab es die "Phönix GmbH", beide gingen schließlich in der "Herold-Verlagsgesellschaft GmbH" auf. Für die Presse der besetzten europäischen Länder kam 1940 die "Europa-Verlagsgesellschaft GmbH" dazu. Unter direkter Leitung des Eher-Verlags standen u. a. der aus dem Ullstein-Verlag hervorgegangene Deutsche Verlag und seit 1944 auch Hugenbergs Scherl-Verlag. Rechtsnachfolger des Eher-Verlags ist der Freistaat Bayern.