Eid

    Aus Lexikon Drittes Reich

    in bestimmter Form vor zuständiger Behörde oder vor Gericht zu leistende Beteuerung. Am 20. 8. 34 trat mit dem "Gesetz über die Vereidigung der Beamten und der Soldaten der Wehrmacht" (RGBl. I, S. 785) an die Stelle des Verfassungseides das Treuegelöbnis auf den "Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler". Dadurch sollte die personale Bindung an Hitler verstärkt werden. Im Gegensatz zum früheren Eid durfte die religiöse Beteuerung nicht mehr weggelassen werden. In § 4 des Deutschen Beamtengesetzes vom 26. 1. 37 (RGBl. I, S. 41 ff.) wurde der Treueeid für die Beamten bestätigt. Nach § 57 des Deutschen Beamtengesetzes wurde der Beamte bei Eidverweigerung entlassen. Für die Verschwörer des Zwanzigsten Juli 44, die den Soldateneid (Fahneneid) geleistet hatten, war die Bindung an den Eid auf Hitler ein schwerwiegendes moralisches Problem. Um einen "eidfreien Zustand" zu erreichen, blieb letztlich nur der Versuch, Hitler zu töten. Auch in den Kirchen wurde eine Disziplinierung durch Eid versucht. Die Einführung eines Diensteides durch Reichsbischof Müller aber misslang 1933, und auch 1938 konnte eine allgemeine Eidleistung nicht durchgesetzt werden, so dass Bormann offiziell von der Forderung Abstand nahm. Hingegen setzte er alles daran, Sektenmitglieder, die aus religiösen Gründen Wehrdienst, mindestens aber den zugehörigen Eid verweigerten, zu beugen. Nennenswerter Erfolg aber blieb aus; u. a. büßten viele Ernste Bibelforscher ihre konsequente Haltung mit dem Tod im KZ oder am Galgen.