Eindeutschung

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (Rückdeutschung), nationalsozialistische Pläne und Maßnahmen zur "Vermehrung rassisch erwünschten Bevölkerungszuwachses" aus den im Zweiten Weltkrieg von der Wehrmacht besetzten Gebieten. Die Eindeutschung unterstand dem am 7. 10. 39 ernannten Reichskommissar für die Festigung des deutschen Volkstums (Himmler) und betraf Personen - durch Abstammungsnachweis zu belegen - deutscher Herkunft, insbesondere Volksdeutsche. Sie wurden nach den Vorschriften der am 4. 3. 41 herausgegebenen Deutschen Volksliste (DVL) in vier Gruppen eingeteilt: NSDAP-geeignete (Gruppe 1) und andere Personen, die "nachweislich ihr Deutschtum bewahrt" hatten (2) und automatisch deutsche Staatsangehörige wurden; deutsch gesinnte Personen mit "fremdvölkischen" Bindungen, die nach rassegesundheitlicher Überprüfung die deutsche Staatsangehörigkeit auf Widerruf erhalten konnten (3); überfremdete Deutschstämmige, die eine Eindeutschung nur durch Leistung für Deutschland nach Umerziehung erreichen konnten (4). Erbbiologisch und rassisch bedenkliche Personen waren von der Eindeutschung ausgeschlossen, die hingegen auf "rassisch wertvolle" Kinder fremder Volkszugehörigkeit ausgedehnt werden konnte: Germanisierung. Für eine Eindeutschung waren 1944 in der Deutschen Volksliste ca. 2,75 Millionen Menschen erfasst.