Einheitspreisgeschäfte

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (Einheitspreisläden), Verkaufsstellen (meist Warenhäuser), die gängige Artikel zu einheitlich niedrigen Preisen anbieten. Schon in der Weimarer Republik waren die vielfach in jüdischer Hand befindlichen Einheitspreisgeschäfte Ziel antisemitischer Attacken; 1927 organisierten die Nationalsozialisten einen Boykott der Einheitspreisgeschäfte, die ihnen als Ausdruck "unersättlicher jüdischer Machtgier" galten. Am 9. 3. 32 wurde die Errichtung von Einheitspreisgeschäften in Großstädten, am 23. 12. 32 im ganzen Reich untersagt, am 12. 5. 33 erklärte die Regierung Hitler das Verbot für unbefristet und löste damit ein Versprechen an den gewerblichen Mittelstand ein, der sich gegen die Bedrohung des Fachhandels durch die Einheitspreisgeschäfte wehrte. Die schon bestehenden Einheitspreisgeschäfte und Warenhäuser wurden später "arisiert" (Arisierung).