Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg

    Aus Lexikon Drittes Reich

    1940 im Frankreichfeldzug gebildetes "fliegendes" Expertengremium für Bildende Kunst und Kunsthandwerk. Unter dem Vorwand, "herrenloses jüdisches Eigentum" für das Reich "sicherzustellen", plünderte der Einsatzstab zunächst in Frankreich, trotz massiver Proteste der Vichy-Regierung, dann auch in den anderen besetzten Gebieten zunächst die jüdischen Kunstsammlungen (u. a. der Rothschilds), später auch die von tatsächlichen oder angeblichen Gegnern der deutschen Besatzungsmacht. Mit seinem Einsatzstab hatte Rosenberg entscheidenden Anteil am nationalsozialistischen Kunstraub im Krieg, den auch noch andere Stellen (z. B. des Auswärtigen Amtes) betrieben. Beim Nürnberger Prozess rechtfertigte er die Aktion als Versuch, unersetzliche Kunstschätze vor Kriegseinwirkung und Zerstörung zu bewahren.