Emil Jannings

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Schauspieler

    geboren: 23. Juli 1884 in Rorschach (Schweiz) gestorben: 2. Januar 1950 in Strobl (Österreich)


    Seine Karriere begann am Theater, er gehörte zu den ersten deutschen Stummfilmstars, hatte Erfolge in Charakterrollen (Professor Rath in "Der blaue Engel", 1930) und durch überlebensgroß dargestellte Gestalten aus der Geschichte (Heinrich VIII., Kaiser Nero). Wenn die allgemeine Provinzialisierung der Künste im Dritten Reich den Film nicht erfasste, so lag das neben dem hohen Stellenwert als Propagandamittel an so begabten Schauspielern wie Jannings. Sein Dorfrichter Adam in "Der zerbrochne Krug" (1937) machte Filmgeschichte. Jannings trat zwar nicht der NSDAP bei, kooperierte aber bereitwillig. Er übernahm Rollen in Propagandafilmen und verkörperte, als ein Lieblingsschauspieler Hitlers, "Herrenmenschen" so überzeugend ("Ohm Krüger", 1941), dass ihn die Nationalsozialisten zum Staatsschauspieler sowie Reichskultursenator ernannten und ihm die Leitung der Tobis-Filmgesellschaft übertrugen. 1945 erhielt er von den Alliierten Arbeitsverbot.