Emil Kirdorf

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Industrieller

    geboren: 8. April 1847 Mettmann gestorben: 13. Juli 1938 Mülheim/Ruhr


    Lehrzeit in der väterlichen Textilfabrik, 1873 Mitbegründer und kaufmännischer Direktor der Gelsenkirchener Bergwerks-AG (GBAG). Als Generaldirektor (seit 1892) baute Kirdorf die GBAG zu einem der größten deutschen Produzenten von Kohle, Koks, Eisen und Stahl aus. Daneben schuf er 1893 das Rheinisch-Westfälische Kohlensyndikat und gehörte 1926 zu den Mitbegründern der Vereinigten Stahlwerke AG (größter deutscher Stahlkonzern). Auf Kirdorf, der ein erklärter Feind der Arbeiterbewegung und der Weimarer Republik war, hatte die nationalsozialistische Bewegung schon in der Frühphase starke Anziehungskraft. Nach einem privaten Treffen mit Hitler trat Kirdorf 1927 der NSDAP bei und betätigte sich fortan als Mittler zur Großindustrie, obwohl er zeitweilig wegen des sozialistischen Strasser-Flügels die NSDAP (1928-34) wieder verließ. V. a. durch sein hohes Ansehen in der Ruhrindustrie gelang es Kirdorf, Hitler in diesen Kreisen gesellschaftsfähig zu machen und ihm so politisch den Rücken zu stärken.