Emmy Göring

    Aus Lexikon Drittes Reich

    zweite Ehefrau von Hermann Göring, Schauspielerin

    geboren: 24. März 1893 Hamburg gestorben: 8. Juni 1973 München


    geschiedene Köstlin, geborene Sonnemann. Sie lernte den 2. Mann des Dritten Reiches, H. Göring wenige Monate nach dem Tod von Karin Göring kennen. Am 10. 4. 35 heirateten sie mit größtem Pomp, der nominell noch amtierende Reichsbischof L. Müller traute sie im Berliner Dom, Hitler fungierte als Trauzeuge und schenkte dem Paar das Lenbach-Gemälde "Bismarck". Emmy Göring übernahm wegen Hitlers Ehelosigkeit fortan die Rolle einer First Lady im nationalsozialistischen Deutschland, hielt sich aber aus dem politischen Geschehen völlig heraus. Am 2. 6. 38 brachte sie eine Tochter zur Welt, die nach Mussolinis Tochter Edda genannt wurde und die der Vater abgöttisch liebte. Nach Kriegsende wurde Emmy Göring festgenommen und saß mehrere Monate mit ihrer Tochter im Gefängnis Straubing, bevor sie ihren Mann im Nürnberger Militärgefängnis besuchen konnte. Als er durch Selbstmord starb, kam gegen Emmy Göring der Verdacht des Giftschmuggels auf, der sich aber nicht beweisen ließ. Sie erhielt, als aktive Nationalsozialistin eingestuft, fünf Jahre Auftrittsverbot. 1966 erschienen ihre Memoiren "Mein Leben mit Hermann Göring".