Emslandlager

    Aus Lexikon Drittes Reich

    insgesamt sieben Strafgefangenenlager der Justiz (nicht in die KZ-Organisation eingegliedert), die seit 1934 (z. T. bestanden sie allerdings schon seit 1923 als Einrichtung der preußischen Justizverwaltung) in den emsländischen Mooren eingerichtet wurden und mit Kriminellen, aber auch mit politischen Gefangenen belegt waren. Die Emslandlager unterstanden dem "Kommandeur der Strafgefangenenlager im Emsland" in Papenburg, der wiederum direkt dem preußischen Justizministerium unterstellt war. Lagerführer der einzelnen Lager wurden meist von der Justizverwaltung übernommene alte SA-Führer, die keine ausgebildeten Strafvollzugsbeamten waren; die unmittelbare Beaufsichtigung der Gefangenen oblag der "Wachtruppe der Strafgefangenen im Emsland", die aus von der Justiz besoldeten SA-Angehörigen bestand und blaue Uniformen trug (die "Blauen").

    Nach der Auflösung des bis dahin dem preußischen Innenministerium unterstellten Lagers Esterwegen im September 36 und der Übernahme dieses Lagers durch die Justizverwaltung bestanden folgende Lager: Lager I, Börgermoor; Lager II, Aschendorfermoor; Lager III, Brual-Rhede; Lager IV, Walchum; Lager V, Neusustrum; Lager VI, Oberlangen; Lager VII, Esterwegen. 1939 wurde eine Außenstelle des Reichsjustizministeriums in Papenburg eingerichtet, die die Bezeichnung "Der Beauftragte des Reichsjustizministeriums (RJM) für die Strafgefangenenlager im Emsland" führte. Die sieben SA-Lagerleiter wurden durch Strafvollzugsbeamte ersetzt und neben der SA-Wachtruppe ausgebildete Strafvollzugsbeamte im inneren Lagerbetrieb eingesetzt.

    Bis zum Kriegsbeginn waren nur die deutschen nichtjüdischen Häftlinge in den Emslandlagern, danach auch Juden, französische NN-Häftlinge (NN = Nacht und Nebel), Polen, Belgier, Niederländer, desertierte Volksdeutsche und Wehrmachtsgefangene. Die Häftlinge waren zu Kultivierungsarbeiten in den Mooren eingesetzt. Arbeitskommandos arbeiteten auch für die Organisation Todt (OT) in Frankreich, auf den Kanalinseln und in Nordnorwegen. In den Emslandlagern wurden die gleichen Methoden wie in den KZ praktiziert. Wer den schweren Arbeitsanforderungen nicht gewachsen war, wurde mit Gummiknüppeln misshandelt und musste strafexerzieren bis zur völligen Erschöpfung. Darüber hinaus wurden Häftlinge von Bewachern zu Tode geprügelt oder auf andere Art getötet. Ende März/Anfang April 45 wurden die Emslandlager von alliierten Truppen befreit.