Entartung

    Aus Lexikon Drittes Reich

    im nationalsozialistischen Sprachgebrauch häufige Bezeichnung für angebliche Verfallserscheinungen in einem Volk, die auf "Rassenmischung und Sinken der erblich-rassisch bedingten körperlich-geistigen Leistungsfähigkeit" oder auf "Sittenverfall" unter Führung "entarteter Menschen" beruhe. Im ersteren Fall sei der Untergang des betroffenen Volks unvermeidlich, die andere Entartung, wie sie in der Weimarer Republik zu beobachten gewesen sei, könne "durch eine neue, das ganze Volk erfassende Idee überwunden werden", wie der Nationalsozialismus beweise. Nach dem falschen nationalsozialistischen Begriff der Art komme es bei der "Mischung sehr fernstehender Rassen" regelmäßig zur Entartung, der daher durch Maßnahmen der Erbpflege und des "Blutschutzes" (Nürnberger Gesetze) vorzubeugen sei.