Enterdungsaktion

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Beseitigung von Massengräbern durch das Sonderkommando (SK) 1005. Anfang 42 wurde der Kommandeur des SK 4 a, Blobel, unter Entbindung seines Kommandos von Heydrich mit der Beseitigung der angefallenen Leichen der ermordeten Juden beauftragt. Nach Versuchen mit Flammenwerfern und Sprengstoff erwies sich schließlich die Verbrennung der Leichen auf Rosten als geeignetste Methode. Während sich Blobels Tätigkeit anfangs nur auf die Verbrennung der Leichen in den Vernichtungslagern erstreckte, bereitete er seit Ende 42 auch die Beseitigung der Leichen in den Massengräbern der besetzten Ostgebiete vor. Das Unternehmen erhielt nach einem Geschäftszeichen des Reichssicherheitshauptamts die Bezeichnung "1005". Die Kommandos nannten sich "SK 1005" mit oder ohne Zusätze. Sie setzten sich im Allgemeinen aus einem Führer der Sicherheitspolizei oder des SD, Unterführern und Mannschaften der Sicherheitspolizei und des SD sowie aus jüdischen oder einheimischen Arbeitskommandos zusammen. Die Stärke der SK schwankte je nach Umfang und Schwierigkeit der Enterdungsaktion. Zur Abschirmung und zur Bewachung der Arbeitskommandos waren den Einheiten Angehörige der Ordnungspolizei beigegeben. Nach Abschluss der Arbeiten wurden die Angehörigen der Arbeitskommandos getötet, obwohl man ihnen oft die Freilassung in Aussicht gestellt hatte. Wegen des schnellen Rückzugs der deutschen Truppen konnte die Enterdung nur unvollständig geleistet werden. Insbesondere in den ehemals östlichen Operationsräumen der Einsatzgruppen B und C sowie im Operationsraum der Einsatzgruppe D blieben zahlreiche Massengräber bestehen.