Entjudung

    Aus Lexikon Drittes Reich

    schon 1881 von Eugen Dühring verwendeter Begriff für die Verdrängung der Juden als "völkische Aufgabe". Als Punkt 4 ins NSDAP-Programm aufgenommen ("Kein Jude kann ... Volksgenosse sein"), bezeichnete Entjudung im Dritten Reich zunächst den Ausschluss der Juden und "jüdisch versippter" Bürger aus dem Staatsdienst und dem öffentlichen Leben (Arierparagraph), später ihre Ausstoßung aus dem Wirtschaftsleben (Arisierung) und schließlich aus dem Leben selbst (Endlösung). Dieses Völkermord-Konzept der Entjudung erscheint im biologistischen Jargon des Nationalsozialismus als Stoffwechselvorgang, bei dem es darum gehe, "das tief in den deutschen Volkskörper eingedrungene Judentum auszuscheiden".