Erich Klausener

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 25. Januar 1885 in Düsseldorf gestorben: 30. Juni 1934 in Berlin


    Jurastudium, Kriegsfreiwilliger, 1917 Landrat in Adenau (Eifel), 1919 in Recklinghausen, Eintritt in den Zentralvorstand des Katholischen Akademikerverbands, 1924 Ministerialdirektor im Wohlfahrtsministerium. Klausener wurde als Zentrumsmann 1926 Leiter der Polizeiabteilung im preußischen Innenministerium. Als engagierter Katholik und Vorsitzender der Katholischen Aktion im Bistum Berlin musste er diese Stellung bei der nationalsozialistischen Machtergreifung räumen und wurde in die Schifffahrtsabteilung des Reichsverkehrsministers abgeschoben. Zunächst unschlüssig in der Beurteilung des neuen Regimes, machte der populäre Redner 1934 energisch Front gegen die kirchenfeindlichen Maßnahmen. Am 24. 6. 34 griff er auf dem 32. Berliner Katholikentag vor 60 000 Menschen die nationalsozialistische Rassenpolitik an, so dass ihn Göring auf die Todesliste der Röhm-Affäre setzen ließ. Klausener wurde von zwei SS-Männern in seinem Büro erschossen. Die offizielle Selbstmord-Version wurde durch ein feierliches Requiem in der Matthias-Kirche widerlegt, die Familie hielt sich zudem nicht an das Verbot von Todesanzeigen. Klausener war einer der ersten katholischen Märtyrer des Kirchenkampfs.